Ausbildung Hypnose

Ausbildung über mehrere Tage

Ein paar Tage mehr...

2. Ausbildungen, die über mehrere Tage gehen (meist 4-7 Tage):

Sicherlich eine bessere Alternative als nur ein einziges Wochenende. Jedoch gelten auch hier ähnliche Argumente, wie bei den Wochenendkursen. Einziger Vorteil: Der Ausbilder hat deutlich mehr Zeit, diverse Inhalte und Praktiken zu vermitteln. Wenn Sie das Glück haben, auch noch ein gutes Arbeitsskript (in ganzen Sätzen) zu bekommen, dann können Sie das, was Sie in den Tagen wieder vergessen haben, später nachholen. Es sollten zu dem Zeitpunkt nur keine Fragen mehr entstehen, denn der Ausbildungsleiter wird nach ein paar Monaten in der Regel nicht mehr jeden "Hilfe-Anruf" entgegen nehmen.

Wenn Sie das Gelernte nicht gerade direkt nach der Ausbildung in eigener Praxis anwenden können, haben Sie allerdings ein Problem. "Wie war das noch gleich mit der Induktion - das war alles soviel auf einmal?" - höre ich Sie klagen. "Eine vestibuläre nonverbale leading Induktion mit anschließender Fraktionierung und dazu noch die suggestive Technik eines sinnvollen Double-Binds?" Das sind jedoch alles Anwendungen, die Sie benötigen, wenn Sie in der hypnotischen Praxis Menschen professionell behandeln wollen.

Viele Fertigkeiten als Hypnotiseur entfalten sich erst nach Jahren der Anwendung. Die meisten Anfänger sind vorerst auf andere Dinge konzentriert:

- keine Fehler sprechen
- ohne Text zu arbeiten (!was nicht unterschätzt werden sollte!)
- eine Trance überhaupt erst mal zustande bringen

Dabei kann unmöglich von einem Anfänger erwartet werden, dass er innerhalb dieser kurzen Zeit auch noch Folgendes perfekt lernt:

- Wortwahl und Betonungen
- Körpersprache während der Hypnose
- den Hypnotisanden beobachten
- eigene Suggestionstexte verfassen
- auf Problemfälle richtig reagieren
- usw.

Gelerntes oder erworbenes Wissen muss die Möglichkeit haben, sacken zu können. Erst die sinnvolle Kombination von Wissen macht die Arbeit in der Hypnotherapie individuell. Spätestens als Therapeut kann man nicht mehr auf vorgefertigte oder standardisierte Texte zurückgreifen - hier muss individuell und spontan auf den Klienten eingegangen werden. Es gibt kein Schema F mehr - der Patient und Mensch ist auch kein Schema F. Gerade an diesem Punkt scheitern viele angehende Therapeuten, wenn sie keine solide Basis haben. Das ist ähnlich wie in der Schule damals: Durchmogeln klappt eine Zeit lang - früher oder später holen die Lücken und Defizite doch ein.

Sie haben eine gute Ausbildung verdient!
Es wird nicht von Ihnen erwartet, dass Sie den Unterschied zwischen einer guten und einer mangelhaften Ausbildung kennen müssen. Aber Sie können selbst logisch abschätzen, was sinnvoll ist und was nicht.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Sie können in einem Standardsupermarkt einen Apfel kaufen. Dieser wird günstig sein und einigermaßen wie ein Apfel aussehen.
Wenn Sie nun in einem Biofachmarkt einen Apfel kaufen, dann werden Sie mehr Geld dafür bezahlen, obwohl auf dem Preisschild, genau wie bei dem anderen Supermarkt die Produktbeschreibung "Apfel" steht.
Wenn Sie dann beide Äpfel probieren, stellen Sie fest: Der Bioapfel schmeckt irgendwie anderes, frischer und er tut Ihrem Körper richtig gut, da er keine Massenproduktion ist, überreif geerntet wurde, keine Zusatzstoffe hat und zusätzlich auch nicht durch Mindestlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in Ihre Hände gelangte. Letzteres werden Sie zwar kaum herausschmecken, alle anderen Aspekte sollten jedoch noch deutlich zu unterscheiden sein. Ausbildung ist eben nicht gleich Ausbildung. Daher sollten Sie sich ausführlichst informieren und sinnvoll abwägen.